Am späten Freitagnachmittag begann der Workshop damit, dass wir alle unsere Altäre einrichteten. Die Atmosphäre war erwartungsvoll gespannt, offen und freundlich, und es war großartig, zu sehen, wie liebevoll und kreativ jeder einzelne seine persönlichen Gegenstände gestaltet hat. Natürlich war der Raum vorher vorbereitet worden, und ein großer Dank geht an dieser Stelle an Ina für die reibungslose Organisation und Durchführung des Workshops an diesem wunderbaren Ort.
Nach einem ersten Theorieteil folgte am gleichen Abend noch das erste Ritual, das die Türen öffnete, unsere Energien zu einer Gruppe formte und schon einen Vorgeschmack auf die Arbeit der nächsten zwei Tage gab. Danach war alles anders: aus dem Raum war ein Tempel geworden, der große Zentralaltar, eingerahmt von den Altären des Magister Templi und der Teilnehmer schimmerte wunderschön im Kerzenlicht, und wir waren auf dem Weg des Magiers.
Die Rituale und Meditationen der nächsten Tage führten uns von der Erde spiralförmig nach oben bis zu ihrem krönenden Abschluss (und wieder zurück). Sie bauten aufeinander auf und verstärkten einander. Die Energie wuchs mit uns und veränderte sich, nahm uns mit, tiefer hinein, höher hinauf, hielt uns alle und bescherte den Suchenden vielschichtige, tiefe Einsichten und Aha-Erlebnisse auf den verschiedensten Ebenen.
Auf der materiellen Ebene fing es zu einem Ritualthema passend zu regnen an – vorher und nachher war das Wetter unverändert sonnig. Später fing der Weihrauchbrenner Feuer – nächster Satz des Ritualtextes: "Become aware of the breath of the Dragon". Eine Welle aus Lachen lief durch den Tempel.
Theorieteile bereiteten die darauf folgenden Rituale vor, wo wir die Theorie umsetzen konnten. Und schließlich hatten wir auch noch alle eine "Dreamwork"-Aufgabe für die Nacht. Die Stimmung des ganzen Wochenendes wechselte zwischen konzentriert, feierlich, fröhlich-ausgelassen und liebevoll. Schon im Treppenhaus roch es nach Weihrauch, was dazu führte, dass wir lächelnd den Tempelraum betraten.
Das Wochenende hatte den üblichen Fehler: es war zu kurz. Viele Erlebnisse und Erkenntnisse kann ich noch nicht in Worte fassen, ich ahne die Tiefen mehr, als dass ich weiß, und bin dankbar. Ich – Christiane – habe die Rituale, die Energie, die uns begleitet hat, Ina (man muss Ina erleben, um zu wissen, wovon ich spreche, danke, Ina, du bist das Herz von allem) und meine Fratres und Sorores so begeistert aufgesogen wie Wurzeln den Regen. Mal schauen, was so wächst ...
Das Wochenende war in der Tat zu kurz. Einige Zeilen klingen einfach noch nach, und rufen bei mir – Andrea – die Gefühle des Moments wach. Nach so einem Workshop rauschen einem viele Ideen durch den Kopf, die sich erst mal setzen müssen. Wie sagt man so schön: es knirscht im Gebälk.
Die Stimmung war einfach wunderbar und trotz der kleinen Sprachbarriere ist ein tiefes Gruppengefühl entstanden. Eine dicke Umarmung an alle Fratres und Sorores. Ich bin froh, dass ich dabei sein konnte. Danke.
Andrea und Christiane für Antares, Hamburg, Deutschland